Biotop mit Fledermausquartieren eingeweiht

Ein Teil des Altwasserwerkes wurde von Mitgliedern des NABU Regionalver- bandes Spremberg, unterstützt vom Naturschutzsachverständigen Andreas Hagenguth aus der Prignitz, in ein Biotop mit Fledermausquartieren, diversen weiteren Nistmöglichkeiten, Streuobstwiese, Teich und "Insektenhotel" verwandelt. Entstanden ist ein wohl einmaliges Ensemble aus verschiedenen Nist - und Schlafplätzen, Schautafeln und einer interessanten Möglichkeit, auch Teile der Winterquartiere zu besichtigen.
Davon machte bei der Eröffnung am Freitag auch gleich eine Ferienhort-gruppe, die das grüne Klassenzimmer der Naturschutzstation besuchte, regen Gebrauch. Im zu besichtigenden Teil des Winterquartiers wurden die mit der menschlichen Besiedlung im Zusammenhang stehenden einzelnen Quartier- arten nachgebildet, Von Feldsteinmauer über Gewölbe bis zum Brunnen, von Sauerkrautplatte über russischem Ziegelbunker bis Plattenbau, Betonziegel und industriell gefertigtem Fledermauskasten reichen die Angebote. Welche Quartiere ausgewählt werden, ist dabei eine spannende Frage.
Im Winterquartier gibt es Regionen mit unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit, um es für möglichst vielen Arten nutzbar zu gestalten. Viele Parameter müssen stimmen, damit die Quartiere ein sicheres Überwintern ermöglichen. Die Tiere nehmen in dieser Zeit keine Nahrung auf, jede Störung würde Energie ver- brauchen und die Population schwächen. Im Frühjahr werden aber wieder kräftige Tiere für die Insektenjagd benötigt.
Im oberirdischen Sommerquartier wurden wieder verschiedene Möglichkeiten zur Besiedlung geschaffen, auch eine direkte Verbindung zum Winterquartier besteht. Als erste Gäste im Sommerquartier wurden übrigens noch während der Bauphase eine Rotschwänzchenfamilie begrüßt.
Zur Eröffnung am 7.10.2011 waren auch Sprembergs Bürgermeister Dr. Klaus Peter Schulze, vom NABU-Landesverband Karl Heinz Marschka und von der unteren Naturschutzbehörde Frau Herold angereist.
Wieland Böttger dankte allen Beteiligten, besonders dem SWAZ und dem Naturschutzfonds Brandenburg, der den Großteil der Mittel bereitstellte.
Sehr froh über das Geschaffene, blickt das Team um Wieland Böttger doch auch mit Sorge auf die Abrißpläne zum Hauptgebäude des Altwasserwerkes. Hier wird wieder ein Möglichkeit für die Schaffung eines technischen Denkmals für Spremberg vernichtet. Das Gebäude könnte auch ideale Möglichkeiten für die Naturschutzarbeit schaffen - erhebliche Mittel sind aber allein für die Bauwerkssicherung nötig.

Bild 1: Sommerquartier
Bild 2: Schüler an den Schautafeln
Bild 3: Eröffnung auf der Streuobstwiese
Bild 4: im Winterquartier
Bild 5: das alte Hauptgebäude von 1928

10.10.2011 Frank Jannack